Schüler bereichern Jugendhaus

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Es ist schon fast Tradition: Im Verlauf des Schuljahrs schaffen die Schüler der Fachgruppe Naturwerksteinmechaniker im Rahmeneiner Projektarbeit ein Objekt für eine öffentliche Einrichtung. Nach Brunnen für Innenhöfe in Eichstätt, einer Wasserstelle für den Friedhof in Dollnstein im Altmühltal und einer Applikation aus Dünnplatten

für das Leinberger Gymnasium in Landshut (Naturstein 1/2012), stand diesmal ein Trinkwasserbrunnen für das katholische Jugendhaus Elias in Blaichach bei Sonthofen im Allgäu auf dem Programm.
Ideengeber waren der leider nur vorübergehend in Eichstätt tätige Berufsschullehrer Josef Kopold sowie Wolfgang Wirtensohn und Pfarrer Bernhard Waltner, die Leiter des Jugendhauses. Im Zuge von Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen sollte im Foyer des Jugendhauses ein Trinkbrunnen für vor Ort produziertes Granderwasser entstehen. Nach einem Entwurf der Innenarchitektin Ute Gross-Dobers planten die Berufsschullehrer Alfred Wrede und Wolfgang Eschenweck die Umsetzung als Unterrichtsprojekt. Als Material wählten sie selbstverständlich Jurakalkstein aus der Eichstätter Region.
Bei der Herstellung der Brunnenelemente waren Kenntnisse und Fertigkeiten aus allen drei Ausbildungsrichtungen gefordert: Schleiftechnik, Steinmetztechnik und Maschinenbearbeitungstechnik waren gleichermaßen gefragt und die beteiligten Schüler im dritten Ausbildungsjahr erwiesen sich als wahre Spezialisten.
Aufgrund des Blockplans der Berufsschule und des schnellen Baufortschritts in Sonthofen war das Zeitfenster eng. Die Produktion und die Versetzarbeiten mussten in den beiden letzten Novemberwochen geleistet werden – parallel zum laufenden Unterricht. Je nach Anforderung ausgewählte Schüler arbeiteten in unterschiedlichen Teams in der Schulwerkstatt, sodass insgesamt etwa ein Drittel der Schüler des Jahrgangs an den praktischen Arbeiten beteiligt war.
Zwei massive Stelen aus Krustenplatten wurden zugeschnitten, eingefalzt, oben abgerundet und schließlich satiniert. Die 65 mm starke Tischplatte schnitten die angehenden Naturwerksteinmechaniker auf der Brückensäge Löffler TB 600 zu, rundeten sie mit einem CNC-gesteuerten Absenkfräser ab und versahen sie mit einem runden Beckenausschnitt. Das massive Becken produzierten sie mithilfe des Profilprogramms ebenfalls auf der TB 600. Die Oberflächen der Tischplatte und des Beckens wurden satiniert. Für die Anpassung geeigneter Befestigungsstähle nahm die Projektgruppe die Metallabteilung der Berufsschule mit ins Boot.
Nachdem die Schüler das fertige Becken untergeklebt hatten, mussten sie sich noch um die sichere Verpackung des Tisches kümmern, der für die Verklebung mit den T-Profilen auf der Unterseite eingeschnitten worden war. Pünktlich zum Baustellentermin war alles fertig, sodass sich drei Schüler und zwei Lehrer pünktlich zum Versetzen der Steine auf den Weg ins Allgäu machen konnten. Dort zeigten sich die Betreiber und Nutzer des Jugendhauses sehr glücklich über das gewichtige Geschenk. Zum Gelingen des Projekts haben neben den engagierten Schülern auch die Firma Natursteinindustrie Johann Neumeyer & Brigl GmbH & CO.KG (Materialsponsor) und der Förderverein für moderne Natursteinausbildung (finanzielle Unterstützung) beigetragen.

Wolfgang Eschenweck

Neuwahl der Vorstandschaft

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Am 14. April 2011 wurde an der Staatlichen Berufsschule Eichstätt die Vorstandschaft des „Fördervereins – Ausbildung für moderne Natursteintechnik“ in Eichstätt neu gewählt.

Ziel des Vereins ist es seit 4 Jahren, die ideelle, organisatorische und finanzielle Unterstützung einer modernen Ausbildung der Natursteinmechaniker/-in an der Staatlichen Berufsschule Eichstätt zu fördern.

Als neuer Vorsitzender des Fördervereins konnte Herr Wilhelm Bergér als Geschäftsführer der renommierten Firma Georg Bergér GmbH in Eichstätt gewonnen werden.

Auf der gut besuchten Mitgliederversammlung wurde von Herrn Günter Gallus (Fa. Neumeyer & Brigl GmbH & Co.KG, Eichstätt) auch die neue Homepage vorgestellt, die für die Öffentlichkeitsarbeit und auch insbesondere zur Werbung neuer Mitglieder eingesetzt werden soll. Auf dieser professionellen Homepage (www.natursteinausbildung.de) wir das Engagement des Vereins so zum Beispiel in Form von Aktivitäten, Foto-Galerien, Projektarbeiten, Fördermaßnahmen, Links, Termine und Preisvergaben umfangreich in Wort und Bild dokumentiert.

Der Förderverein stellt sich nun – dank moderner Homepage – als neue Herausforderung ein Weiterbildungsnetzwerk und eine Jobbörse für seine Fördermitglieder einzurichten, um dem verstärkten Wettbewerb um leistungsstarke Auszubildende und Arbeitskräfte im Natursteinbereich eine Plattform bieten zu können.

Bericht: Helmut Strauß

Gabelstaplerausbildung

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Die ersten Absolventen haben den Fahrausweis für Gabelstapler erworben.

Nach langer Vorbereitungsphase konnten wir bei den Naturwerksteinmechanikern den ersten Kurs zum Erwerb der Fahrberechtigung für Gabelstapler durchführen.

Aus den drei Abschlussklassen meldeten sich 13 Schüler, die in ihrem letzten Schulblock und damit unmittelbar vor ihrer theoretischen Abschlussprüfung den zusätzlichen Unterricht und damit auch zusätzliche Lernarbeit auf sich nahmen um diese Zusatzqualifikation zu erwerben. In insgesamt 8 Theorie- und 12 Praxisstunden erwarben die Teilnehmer die notwendigen Kenntnisse aus den Bereichen

  • Rechtsvorschriften
  • Grundlagen Flurförderzeuge
  • Fahrzeugarten und deren Aufbau
  • Sicherheitseinrichtungen
  • Lastaufnahmeeinrichtungen
  • Lastentransport
  • Wartung und Prüfungen sowie
  • Betriebsstörungen und Notfälle

Bei den praktischen Fahrversuchen mussten sich die Fahrschüler erst mit dem 3-Tonnen Stapler vertraut machen um anschließend in verschiedenen Parcours die unterschiedlichsten Fahrsituationen und das Verfahren und Stapeln von Lasten zu üben. Den Abschluss der praktischen Unterweisung bildete ein Prüfungsparcour, bei dem jeder Teilnehmer in ca. 10 Minuten seine erworbenen Fertigkeiten demonstrieren musste. Dabei ging es nicht um die Zeit, sondern um den sicheren und umsichtigen Umgang beim Arbeiten mit dem 6 Tonnen schweren Gabelstapler. Dieser Prüfungsteil wurde von allen Absolventen zufrieden stellend gemeistert. Das die Prüfung nicht automatisch auch bestehen bedeutet musste ein Teilnehmer erfahren, der sich in der theoretische Prüfung mehr als die erlaubten 5 Fehler leistete und am nächsten Tag in einer mündlichen Prüfung seine fehlenden Punkte holen musste. So konnten unser Schulleiter, Herr OStD Nikolaus Lackermair und ich am Tag vor ihrer Facharbeiterprüfung allen Teilnehmern den ersehnten Fahrausweis für Front- und Schubmaststapler überreichen. Zusätzlich wurde die bestandene Prüfung noch mit einem persönlichen Zertifikat gewürdigt. Damit hatten sich die 35,- € „Spende“ an den Förderverein Ausbildung für moderne Natursteintechnik in Eichstätt e.V. für alle teilnehmenden Schüler als eine gute, zukunftsorientierte Investition erwiesen.

Alfred Wrede

Brunnenanlage Altenpflegeheim Sankt Elisabeth in Eichstätt

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In Zusammenarbeit mit Caritas, Bauleitung Ingolstadt und Rupert Flieger, Steinmetzmeister – Bildhauermeister aus Eichstätt.

Auftrag:

  • Aufmass des Brunnenbeckens erstellen
  • Aufriss im Maßstab 1:1 herstellen
  • vorhandene, beidseitig bruchrauhe Gneistranchen sortieren
  • verwendbare Steine auswählen
  • Stehlen zuschneiden
  • Abdeckplatten zuschneiden und die Kanten gebogen
  • nach Aufriss anarbeiten
  • Bohrungen für Glaseinsätze einteilen und herstellen
  • bearbeitete Natursteine für den Baustellentransport herrichten

Das Projekt wird von 4 Schülern und 1 Schülerin der Fachrichtung Steinmetztechnik aus der Klasse NWM 11 eigenverantwortlich durchgeführt.

Arbeitsablauf:

  • Teambesprechung, Besprechung des Auftrags
  • Teambesprechung mit Herrn Fieger über die Gestaltung des Brunnens (Rosenranken als Symbol, siehe Zeitungsberichte)
  • Aufmass auf der Baustelle erstellen
  • Aufriss in der Werkhalle herstellen
  • Materialauswahl
  • Brückensäge rüsten
  • Teile auf der Brückensäge TB 600 CNC5 zuschneiden
  • Besprechung mit Herrn Fieger über die Abstände der Abdeckplatten
  • Abdeckplatten mit Handmaschinen und Handwerkzeugen an den Aufriss anarbeiten
  • Bohrungen für die Glaseinsätze in Anlehnung an den Entwurf anreißen und herstellen
  • Abschlussbesprechung mit Herrn Fieger und herstellen der Rosenranken
  • Teile für den Transport palettieren


Der Auftrag wurde in 16 Unterrichtsstunden gefertigt.